Bibelgesprächsabend | Ursprünge der höchsten christlichen Feste, Teil II
24. März 2026 | 20.00 Uhr - 22.00 Uhr
Ostern
Wie »Weihnachten ist auch »Ostern« ursprünglich eine Mehrzahl, die sich aus einem erstarrten Wem-Fall des Mittelhochdeutschen gebildet hat: ze de ostern. »Die alte Einzahl erscheint noch in ›Osterei‹, ›Osterfest‹.« (Friso Melzer, 1951) Möglicherweise leitet sich das mittelhochdeutsche ostir / oster (vgl. engl. easter) bzw. das althochdeutsche ost(a)ra wiederum von dem Namen der germanischen Göttin des Frühlings, Ostara, her. Sicher ist, dass die christliche Tradition das Fest der Auferweckung Jesu in die Zeit eines altgermanischen Frühlingsfestes gelegt hat. Ostern als das Fest der Auferweckung Jesu wurde anfangs in der christlichen Kirche an jedem Sonntag gefeiert; der Sonntag als christlicher Feiertag bezieht sich auf den Sonntag des Ostermorgens. Schon Paulus hebt den ersten Tag der Woche besonders hervor (vgl. 1. Korinther 16,2). Der Ausgangspunkt unseres heutigen, jährlichen Osterfestes »war das christliche Passafest, in welchem ein jährlich wiederkehrendes Gedächtnis von Kreuz und Auferstehung Christi begangen wurde.« (Lohse / Beckmann / Green, 1960)
Das Osterfest ist nicht nur das erste christliche Fest überhaupt, sondern auch die Botschaft hinter diesem Fests ist die Botschaft, aus der das Christentum heraus erwachsen ist. In seinem mündlichen Kernbestand lautet diese Botschaft schlicht: ›Gott hat ihn [Jesus] auferweckt.‹ (Theißen / Merz 2011) Paulus überliefert uns dies Botschaft so: »Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft.« (1. Korinther 6,14)